Maria 2.0 in Hildesheim - und auch in Wolfsburg

12.02.20 | 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Bonifatiussaal / Bonifatiushaus, 1. Etage
Antonius-Holling-Weg 11
38440 Wolfsburg
Tel.: 05361 - 206601
E-Mail: christophorus@kirchewolfsburg.info

Der Name „Maria 2.0“ steht für: Aufstehen gegen Machtmissbrauch in der Katholischen Kirche, Eintreten für Gleichberechtigung für Frauen und Männer, für die Freistellung des Zölibats, für Angleichung der Katholischen Sexualmoral an die Lebenswirklichkeit von heute und – nicht zuletzt – für die konsequente und transparente Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in unserer Katholischen Kirche. Dazu gehört die vorbehaltlose Anerkennung der staatlichen Justiz.

Die Initiative haben Frauen in Münster ergriffen und damit für Öffentlichkeit gesorgt. In mehreren Gemeinden im Bistum Hildesheim gab es ebenfalls Aktionen im Frühjahr 2019. Nun hat sich ein Unterstützerkreis „Maria 2.0 Hildesheim“ gegründet. Es gibt bereits über hundert Frauen und Männer, die sich mit ihrer Unterschrift auf die Online-Liste setzten.

„Wieso auch Männer?“ – das werde ich häufig gefragt. Es geht Maria 2.0 Hildesheim nicht nur um die Aufwertung der Frauen in der Katholischen Kirche – das auch!

Doch es geht in erster Linie um den Machtmissbrauch in der Katholischen Kirche, - das Thema, das auch die Frauen in Münster veranlasst hat, auf die Straße zu gehen.

So hat auch der Unterstützerkreis in Hildesheim angefangen, sich mit den Themen in vier Arbeitsgruppen zu beschäftigen: Zugang für Frauen zu allen Ämtern, Aufhebung des Pflichtzölibats, Angleichung der Sexualmoral an heutige Lebenswirklichkeiten und die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche.

Eine kleine Gruppe hat sich bereits auch in Wolfsburg getroffen und über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in unserer Kirche zu sprechen. Weitere Themen waren: die Überwindung des Klerikalismus in der kirchlichen Sprache und in der Liturgie, die Aufhebung des Pflichtzölibats, die Möglichkeit, offen und angstfrei über kontroverse Standpunkte zu sprechen, das Ernstnehmen des Priestertums aller Getauften, … u.v.m.! Es soll eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten geben, die mehr über die Aktivitäten des Unterstützerkreises in Hildesheim erfahren wollen. Der Abend wird am 12. Februar um 19.00 Uhr im Bonifatius-Saal in St. Christophorus stattfinden.

Abschluss dieses Treffens war das Gebet „Schritt für Schritt“, welches in vielen Gemeinden bereits donnerstags abends gebetet wird.

„Schritt für Schritt

Gott, du unser Vater und unsere Mutter, wir alle wissen, wie es um unsere Kirche steht. Unrecht geschah und geschieht, Macht wurde und wird missbraucht. ‚Bei euch aber soll es nicht so sein‘, sagt Jesus. Wir bitten dich um dein Erbarmen.

Kyrie eleison.

Frauen und Männer sind durch die eine Taufe gleich- und vollwertige Mitglieder der Kirche. Im Miteinander in allen Diensten und Ämtern können sie zu einer Kirche beitragen, die erneuert in die Zukunft geht. Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Kyrie eleison.

Menschen kommen mit ihrer Sehnsucht nach Frieden, nach Gemeinschaft, nach Beziehung zu Gott und zueinander. Eine glaubwürdige Kirche ist offen für Menschen gleich welcher Herkunft, welcher Nationalität, welcher sexuellen Orientierung. Sie ist da für Menschen, deren Lebensentwurf augenscheinlich gescheitert ist, und nimmt sie an mit ihren Brüchen und Umwegen. Sie wertet und verurteilt nicht, sondern vertraut darauf, dass die Geistkraft auch dort wirkt, wo es nach menschlichem Ermessen unmöglich ist. Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Kyrie eleison.

In dieser Zeit, in der Angst und Enge lähmen und die Zukunft düster erscheint, braucht es großes Vertrauen, um mit Zuversicht nach vorne zu schauen. Es braucht Vertrauen, dass durch neue Wege und einschneidende Veränderungen mehr Gutes geschaffen wird als durch Verharren im Ist-Zustand. Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Kyrie eleison.

Gott, unsere Mutter und unser Vater, im Vertrauen darauf, dass du mit uns auf dem Weg bist, gehen wir weiter mit und in der Kirche; in der Tradition all der Frauen und Männer, die vor uns aus dem Feuer der Geistkraft gelebt und gehandelt haben, die vor uns und für uns geglaubt und gelebt haben. Die heilige Scholastika vertraute auf die Kraft des Gebets. In ihrem _Sinne wollen wir Schritt für Schritt vorwärts gehen, beten und handeln, wie sie es getan hat: ‚Geht, Schwestern und Brüder, wie ihr könnt!‘

Behüte uns. Sei mit uns alle Tage bis zum Ende der Welt. Darum bitten wir jetzt und in Ewigkeit. Amen.“

(Seit: 14. Februar 2019/www.gebet-amonnerstag.ch)